Japan im Wandel der Jahreszeiten

Der Sommer am Meer konnte nicht ewig andauern und so sind wir mit unserem kleinen japanischen Mietwagen vom Meer am Fuji-San und Tokyo vorbeigerollt, um in die Berge nach Nikko zu fahren. Dort wartete auf uns ein Ryokan, ein traditionell eingerichtetes japanisches Hotel mit Tatami Matten und einem dünnen Futon zum Schlafen sowie ein niedriger Tisch mit japanischen Stühlen ohne Beine (Zaisu) zum Entspannen und Tee trinken. Wir wurden dort traditionell japanisch verpflegt und konnten das Gemeinschaftsbad mit Onsen (Bad aus einer natürlichen heißen Quelle) nutzen.

Alles in allem ein spannendes Kontrastprogramm zu unserem Haus am Meer. Einen weiteren Kontrast bot auch das Wetter und der spürbare Wechsel der Jahreszeiten. Wir haben herbstliche Stimmung mit wunderschöner Laubfärbung genossen und in höheren Regionen sind wir mit unseren Sommerreifen über Schnee und Eis geschlittert.

In Japan wird dem Wandel der Jahreszeiten besondere Aufmerksamkeit gewidmet und die Kirschblüte, die für den Frühling steht oder die Laubfärbung im Herbst werden zu ganz besonderen Events. Daher ist gerade so etwas wie Hauptsaison in Japan überall dort, wo sich das Laub färbt und man erlebt den Zauber der Jahreszeiten mit vielen anderen gemeinsam. Die Herbstlaubfärbung wird sogar täglich im Wetterbericht bekannt gegeben und man beobachtet eine fast kindliche Freude der Japaner, wenn sie die Farbenpracht bewundern. Ihre entzückten „Ahhh“ und „Ohhh“ Rufe sind amüsant und ansteckend zugleich.

7 Antworten auf „Japan im Wandel der Jahreszeiten“

  1. Das Schneebild mit dem Auto könnte aus dem Fichtelgebirge sein?! So schöne Laubfärbung und so viele Tempel. Eine Delegation aus Tokio war hier, Frau Yamakawa hat das von ihr gestiftete Seniorenhaus mit 75 neu gepflanzten Kirschbäumen eröffnet. Im Frühling könnt ihr dann Hanafubuki (Blumensturm) hier erleben.
    Gute Weiterreise – reicht der Platz im Koffer für die Kimonos, Tees und sonstigen Souvenirs?

    1. Hanafubuki klingt wunderbar. Dann müssen wir wirklich Kimonos mitbringen, um das gebührend zu feiern am besten mit Streuselkuchen und Bienenstich:-)

  2. Wieder schöne Bilder, die einen Eindruck von der Umgebung vermitteln. Die Farben, die der Herbst bietet, sind einfach unglaublich schön und es gefällt mir, dass die Japaner das feiern. Zeigt es doch, dass der Natur mit ihren Schönheiten der Jahreszeiten viel Beachtung geschenkt wird.
    Das Wohnen in einem traditionellen japanischen Hotel ist sicher sehr spannend, vielleicht auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig? Aber so bekommt man sicher einen kleinen Einblick in die japanische Lebensweise.
    Bei uns ist die Zeit der Laubfärbung leider schon vorbei, die letzten Blätter fallen von den Bäumen und oft ist es den ganzen Tag trübe. Dazu ist es meist ungemütlich kalt und feucht, da freuen wir uns über eine schöne warme Wohnung.
    Auf euren Bildern sind die Menschen schon recht warm angezogen, wie viel Grad sind es bei euch?
    Noch weiter Eindrücke sammeln und genießen wünscht
    Tantchen

    1. Das stimmt, die Japaner gehen wirklich sehr achtsam und aufmerksam mit der Natur um. Das inspiriert einen, den Jahreszeiten zuhause auch mehr Beachtung zu schenken. Allerdings ist Berlin für Naturbeobachtungen nur bedingt geeignet und das viele Grau lässt die Inspiration schnell abflachen. Kalt ist es hier aber auch. Meist sind es ca. 10 Grad und es wird schon um 17 Uhr dunkel. Der Winter nähert sich mit großen Schritten, der Weihnachtsmann aber auch:-)

      1. Ach so, unser Ryokan war schon gewöhnungsbedürftig, hat uns aber sehr gut gefallen. Man ist dort wirklich in einer anderen Welt und nicht in einem Hotel, das überall auf der Welt stehen könnte. Eine sehr schöne Erfahrung und wir wissen richtige Matratzen jetzt noch mehr zu schätzen.

  3. Vielleicht liegt das ja auch an Euren Rücken, die für derartige Matratzen zu untrainiert sind? Was machen eigentlich Japaner mit Knieproblemen, wenn sie nicht auf dem Boden sitzen können?
    Das ist wirklich eine andere Welt, aber sehr faszinierend! Und der Mann in der Bude, was macht der genau?

    1. Der hat Steckerlfisch und eine Süßspeise, Dango genannt, angeboten. Aus Reismehl hergestellte, gedämpfte Klöße am Spieß meist mit einer süßen Sojasoße gereicht. Ganz lecker!

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